Einblicke in eine gelungene Kooperation: Interview mit der Jugendberufsagentur (JBA) Essen

Jugendberufshilfe

Sehr geehrte Leser*innen,

Jugendberufsagenturen sind eine der wenigen sozialpolitischen Innovationen der letzten Jahre, die junge Menschen tatsächlich in den Mittelpunkt stellen wollen. Der Grundgedanke – eine Anlaufstelle statt eines Behördenlabyrinths – verdient Anerkennung. Wo junge Menschen nicht mehr zwischen Jobcenter, Agentur für Arbeit und Jugendamt hin- und hergeschickt werden, entstehen kürzere Wege, tragfähigere Beziehungen und häufig bessere Übergänge in Ausbildung. 

Doch oft bleibt der Anspruch hinter der Wirklichkeit zurück. Rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit wird noch oft als organisatorische Formsache behandelt und nicht als gemeinsame fachliche Haltung. Unterschiedliche Ziele und Aufgaben, Finanzierungslogiken und Fördebedingungen der SGB II, III und VIII treffen aufeinander, ohne dass gemeinsame Standards, verbindliche Fallverantwortung oder ein geteiltes Fallverständnis entstehen. Die Jugendsozialarbeit bringt dabei fachliche Expertise ein, wird aber in vielen Kommunen strukturell schwächer positioniert als die Leistungsträger nach SGB II und III – mit der Folge, dass niedrigschwellige, aufsuchende und beziehungsorientierte Ansätze im Zweifel dem Vermittlungsdruck weichen. 

Wenn Jugendberufsagenturen ihr Versprechen einlösen sollen, braucht es verbindliche Standards für den Fall- und Datenaustausch, gesicherte Ressourcen für die Jugendsozialarbeit und politischen Willen, Rechtskreisgrenzen tatsächlich zu überwinden – nicht nur zu verwalten. 

Ein positives Beispiel ist die Jugendberufsagentur Essen, über die wir in dieser Ausgabe von Jugendsozialarbeit aktuell berichten.

Stefan Ewers
Geschäftsführer

 

Den gesamten Artikel und die Langfassung des Interviews erhalten Sie im Anhang.


Quelle: Sarah Mans (LAG KJS NRW)

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