Jugendsozialarbeit im Spannungsfeld gesellschaftlicher Veränderungen

Mitteilungen

Das Jahr 2025 war ein Jahr großer politischer Weichenstellungen und zugleich spürbarer Verunsicherung. Mit der neuen Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD wurde das Ressort für Kinder- und Jugendhilfe im neu zugeschnittenen Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gebündelt. Zugleich hat die Bundesregierung 2025 eine grundlegende Reform des Sozialstaats angestoßen: Das Bürgergeld wird zu einer neuen Grundsicherung nach dem Prinzip „Fördern und Fordern” umgestaltet – mit strengeren Mitwirkungspflichten und schärferen Sanktionen. Und die Regierung plant weitere tiefgreifende Veränderungen in den Bereichen Gesundheit, Altersvorsorge und auch in der Kinder- und Jugendhilfe.

Positiv hervorzuheben ist, dass das Land NRW auch 2025 den Kinder- und Jugendförderplan (KJFP NRW) dynamisiert fortgeschrieben und die Fördermittel damit verlässlich an die Tarif- und Preisentwicklung angepasst hat – ein wichtiges Signal der Planungssicherheit für unsere Träger in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Gleichzeitig stellen wir jedoch fest, dass die problematische Situation kommunaler Haushalte zunehmend dazu führt, dass (nicht nur) strukturelle Angebote der Kinder- und Jugendhilfe nicht weiter gefördert werden.

Von all diesen Entwicklungen sind gerade junge Menschen betroffen: Viele Jugendliche erleben soziale Ungleichheit hautnah, sorgen sich um ihre wirtschaftliche Zukunft und fühlen sich politisch zu wenig gehört. Ein raueres, polarisierteres gesellschaftliches Klima sowie der technologische Sprung durch Künstliche Intelligenz prägen ihr Aufwachsen zusätzlich; Übergänge in Schule, Ausbildung und Beruf gelingen längst nicht allen gleichermaßen. Und nach wie vor gilt fast jeder vierte Jugendliche in Deutschland als armutsgefährdet.

Mit unserer vielfältigen Arbeit möchten wir zur Entwicklung einer gerechteren Gesellschaft beitragen. Für junge Menschen am Übergang in Ausbildung und Beruf ist entscheidend, dass dieser Kurswechsel nicht zulasten von Teilhabe und Qualifizierung geht. Alle jungen Menschen, besonders jene, die in prekären Lebenslagen leben oder von Benachteiligungen betroffen sind, müssen verlässlich unterstützt statt vorschnell sanktioniert werden.

Wir danken sehr herzlich all unseren Partner*innen in Politik und Verwaltung, Kirche und Wissenschaft, mit denen wir im Jahr 2025 vertrauensvoll zusammenarbeiten durften, und laden Sie herzlich ein, sich auf den folgenden Seiten über unsere Aktivitäten im vergangenen Jahr zu informieren und zu erfahren, welche Themen und Schwerpunkte unsere Arbeit geprägt haben.

 

Selina Säger (Vorstandsvorsitzende)
Stefan Ewers (Geschäftsführer) 

 

Den Jahresbericht 2025 erhalten Sie im Anhang.

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