Eine Expertise des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz untersucht, unter welchen fachlichen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen eine zukunftsfähige Reform der Kinder- und Jugendhilfe gelingen kann. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass angesichts von Fachkräftemangel, steigenden und komplexeren Unterstützungsbedarfen, Inklusion, neuen Rechtsansprüchen und angespannter kommunaler Haushalte eine nachhaltige Weiterentwicklung eine gemeinsame Strategie von Bund, Ländern und Kommunen erfordert. Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf bietet die Chance, die Kinder- und Jugendhilfe stärker an einer verlässlichen Infrastruktur auszurichten, wirft jedoch zugleich Fragen nach den notwendigen Voraussetzungen, den Übergangskosten und den langfristigen finanziellen Verpflichtungen auf.
Die Expertise betont, dass eine Strukturreform zunächst Investitionen in Personal, Planung, Qualifizierung, neue Angebote und den Aufbau neuer Strukturen erfordert, während bestehende Leistungen weiterhin gewährleistet werden müssen. Kurzfristige Leistungskürzungen oder die Verlagerung von Bedarfen in Familien oder andere Leistungssysteme sind daher nicht mit einer nachhaltigen Strukturreform gleichzusetzen und können langfristig sogar zusätzliche Kosten verursachen. Ziel der Untersuchung ist es deshalb, die finanziellen Annahmen des Gesetzentwurfs zu überprüfen, belastbare Größenordnungen für die notwendigen Mittel eines zehnjährigen Transformationsprozesses aufzuzeigen und Bedingungen für eine Reform zu benennen, die individuelle Rechte, Teilhabe und eine leistungsfähige Infrastruktur dauerhaft sichert.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des DIJUF unter:
https://dijuf.de/fileadmin/Bilder/Aktuelles/2026-09-01_Expertise_1.KJHSRG_ism.pdf
Quelle: Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH (ism)