Soziale Arbeit und Demokratiearbeit unter Rechtfertigungsdruck von rechts – Herausforderungen für die Jugendsozialarbeit

Jugendhilfe

Sehr geehrte Leser*innen,

Jugendsozialarbeit ist tagtägliche Beziehungsarbeit. Unsere Fachkräfte begleiten junge Menschen in Schule und Ausbildung, bei Übergängen und Krisen. Sie tun dies auf der Basis demokratischer Werte, von Teilhabe, Anerkennung und Menschenwürde. Genau diese Selbstverständlichkeit gerät zunehmend unter Rechtfertigungsdruck.
Anfragen und Anträge wie die der AfD, aber auch der FDP im nordrhein-westfälischen Landtag im Mai 2025 reihen sich ein in eine bundesweite Entwicklung und markieren dabei für unser Bundesland eine neue Qualität der öffentlichen und parlamentarischen Auseinandersetzung.

Programme und Angebote der Kinder- und Jugendhilfe – und damit auch der Jugendsozialarbeit – und der Demokratiebildung werden zunehmend auf ihre politische Legitimität und Neutralität, ihre Förderpraxis und ihre normativen Grundlagen hin hinterfragt. Die vordergründig formulierte Forderung nach Transparenz entfaltet in der Praxis nicht selten eine delegitimierende Wirkung. Für die Praxis ist diese Entwicklung hochrelevant. Wenn Angebote und Projekte, Methoden oder Kooperationen unter Generalverdacht geraten, beeinflusst dies das Arbeitsklima, Handlungsspielräume und letztlich die Arbeit mit jungen Menschen. 

Die Frage, wie sich Soziale Arbeit und insbesondere die Jugendsozialarbeit zu Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlicher Vielfalt positioniert, ist damit längst keine rein fachliche mehr. Sie ist zu einer politischen geworden. Demokratiearbeit ist kein ideologischer Zusatz, sondern Kern professioneller Sozialer Arbeit. 

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre. 

Stefan Ewers
Geschäftsführer

 

Den gesamten Artikel erhalten Sie im Anhang.

Quelle: Maryam Tiouri (BAG KJS)

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