Wohnungslosigkeit und prekäre Wohnsituationen

„Wohnen können“ ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um an der Gesellschaft teilzuhaben. Wer zeitweise oder auf Dauer gar keinen oder keinen gesicherten Wohnraum hat oder aber in unzumutbaren Wohnverhältnissen lebt, hat schlechteste Voraussetzungen für die Wahrnehmung zentraler Lebensbereiche wie Schule und Ausbildung oder auch die Pflege von sozialen Kontakten.

Dass jemand „auf der Straße landet“, hat bei jungen Leuten genau so unterschiedliche Gründe wie bei Erwachsenen. Dazu zählen persönliche Ursachen wie der Bruch mit dem Elternhaus, Kriminalität, Suchterkrankungen und andere psychische Störungen bis hin zur sozialen Isolation; es spielen aber auch gesellschaftliche Gründe eine Rolle, wenn sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt stetig verschärft und durch Modernisierungsprozesse und Sozialabbau Menschen „abgehängt“ werden und „durchs Raster fallen“.

Die „Lebenslagendimension Wohnungslosigkeit“ nimmt diese sehr heterogene Gruppe von jungen Betroffenen in den Blick. Dazu gehören Männer wie Frauen, sowohl im Kontext von Familie als auch Paare und Alleinstehende. Die Altersspanne liegt zwischen 12 und 27 Jahren. Ihr Leben ist geprägt durch verletzende und ausgrenzende Erfahrungen, sie existieren materiell und sozial am äußersten Rand der Gesellschaft. Bildung, Sozialleistungen oder gesundheitliche Versorgung in Anspruch zu nehmen, ist für sie äußerst schwierig.

Wer auf der Straße oder in einer ungesicherten Wohnsituation lebt, kann rasch jeden schulischen, beruflichen und damit auch gesellschaftlichen Anschluss verlieren. Einen Kontakt zu ihnen zu finden und aufzubauen, ist deshalb für die Jugendsozialarbeit eine wichtige Aufgabe.

VOILA_REP_ID=C1257E3C:004B74CC