14.01.2010: Großes Interesse am Film „Kommt eh immer anders“

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Über 60 Zuschauer aus ganz Nordrhein-Westfalen kamen gestern (15.01.2010) zur Premiere des Films „Kommt eh immer anders – Jugendliche in schwierigen Lebenslagen“ in das Metropolis-Filmtheater nach Bochum. Für diesen Film hatten sich 15 Jugendliche aus Einrichtungen der katholischen Jugendsozialarbeit in Essen, Gelsenkirchen und Dortmund unter der Anleitung zweier Filmemacherinnen über mehrere Wochen hinweg gegenseitig gefilmt, aber auch Momente ihres eigenen Lebens filmisch festgehalten. In bemerkenswerter Offenheit berichteten sie von ihren Lebenslagen, von Enttäuschungen und Frustrationen, aber auch von den Wünschen und Hoffnungen für ihre Zukunft.



Mit dem Projekt, das mit Mitteln aus dem „Pakt mit der Jugend“ des Landes NRW gefördert wurde, wollte die Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen (LAG KJS NRW)zum einen jungen Menschen die Möglichkeit eröffnen, selbst ihre Sichtweisen über ihre Situation zu formulieren. Zum anderen sollten politisch Verantwortliche einen Einblick in die Lebenslagen junger Menschen erhalten und zur Verbesserung der gesellschaftlichen Bedingungen aufgefordert werden.

In dem anschließenden Gespräch hoben beide Filmemacherinnen das große Engagement und die hohe Selbstständigkeit hervor, mit der sich die Jugendlichen an diesem Projekt beteiligt hätten. Jürgen Schmitz, Jugendhilfeplaner in der Stadt Essen, unterstrich insbesondere, dass Jugendliche nicht vor allen gesellschaftlichen Gefahren geschützt werden könnten. „Es kommt darauf an, sie so zu stärken und zu fördern, dass sie schwierige Situationen in ihrem Leben möglichst selbstständig lösen können“, so der Jugendhilfeplaner. Michael Endrass vom Kolping-Berufsbildungswerk Essen betonte jedoch auch die Notwendigkeit, mit anderen Diensten zusammenzuarbeiten, um die Jugendlichen umfassend in ihren Lebenslagen zu unterstützen.

Oumou Diallo und Rita Graceffa, zwei Teilnehmerinnen aus dem Filmprojekt, äußerten ganz konkrete Vorschläge, wie sie auf ihrem schulischen und beruflichen Weg unterstützt werden könnten. Ihnen sei auch wichtig, danach eine adäquate Arbeit zu finden. „Ich möchte nicht nach sieben oder acht Jahren Ausbildung und Studium als Putzfrau arbeiten müssen“, so Oumou Diallo.

v.l. Oumou Diallo, Rita Graceffa

Die Podiumsteilnehmer stellten allerdings fest, dass die Politik momentan vor allem die Frühförderung von Kindern ausbaue. Dieter Göbel vom Landschaftsverband Rheinland forderte abschließend, auch die Jugendlichen in den Blick zu nehmen und in ihren Fähigkeiten zu fördern. „Ich hoffe, dass alle Jugendliche ihren Platz in der Gesellschaft finden werden“, so sein Wunsch zum Ende der Diskussion. Um auf den Handlungsbedarf noch eindringlicher aufmerksam zu machen, soll dieser Film auf weiteren Veranstaltungen mit politisch Verantwortlichen gezeigt werden, so der Ausblick von Stefan Ewers, Geschäftsführer der LAG KJS NRW.













v.l. Stefan Ewers, Dieter Göbel, Michael Endrass


Quelle: Pressemitteilung der LAG KJS NRW vom 15.01.2010

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